Futsal-Auswahl nach 10 Jahren wieder Landesmeister!
Nach dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt?“ trat eine überaus erfahrene HTL-Vertretung bei der heurigen Fußballmeisterschaft der Oberstufe in der Halle (Handball-Feld 40 x 20 m mit den entsprechenden Toren ohne Banden) mit dem erklärten Ziel an, das Ergebnis aus dem Vorjahr noch zu übertreffen und endlich wieder einmal die oberste Stufe auf dem Treppchen zu erklimmen. Und fürwahr lieferte die hoch motivierte und konzentrierte Truppe ab, indem sie in überlegener Manier ihre Vorrundengruppe gewann, das Kreuzspiel knapp, aber mehr als wie verdient für sich entschied und in einem echten Herzschlagfinale (Unentschieden nach regulärer Spielzeit, nicht enden wollendes Strafstoßschießen) mit dem nötigen Quäntchen Glück letztlich das bessere Ende für sich hatte!
Wie in der vergangenen Saison wurde der Bewerb in 2 Blöcken ausgetragen. Da sich allerdings ein Teilnehmer noch ein paar Tage vor der Konkurrenz abgemeldet hatte, verminderte sich das Feld in der Vorrunde bei Gruppe A auf 4 Mannschaften mit etwas längerer Spielzeit (1 x 20 Minuten, sonst durchgehend 1 x 15 Minuten). Sonst blieb alles wie gehabt: Die beiden Gruppenersten und -zweiten kamen eine Runde weiter, für die Verlierer der Halbfinals gab es das Match um Rang 3, während die Sieger anschließend für den Showdown sorgten. Als Arena stand traditionell die moderne Halle des Schulzentrums Ost in Schwaz zur Verfügung. In Block A setzte sich mit Abstand die HAK Hall durch, während sich die HTL Jenbach und die HAK Schwaz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 2 lieferten, das bei Punktegleichheit und identischer Tordifferenz nur dank der mehr erzielten Treffer an die Techniker ging.
Bei der in Gruppe B eingeteilten HTL Bau Informatik Design konnte Coach Bodner weitgehend auf die stärkste Besetzung zurückgreifen, mit Vitus Simonek und Simon Schober standen lediglich zwei Stammkräfte nicht zur Verfügung. Zum Auftakt bekamen es unsere Burschen mit dem gänzlich überforderten Team des Paulinum Schwaz zu tun, das von der ersten Linie mit Mert Asik, Jakob Haberl, Kenan Vukovic sowie Marian Welzenberger regelrecht in Grund und Boden gespielt wurde. Auch wenn diese nicht einmal alle guten Gelegenheiten in Zählbares ummünzen konnte, führten die Innsbrucker nach der Hälfte der Spielzeit durch Törchen von Welzenberger (3), Asik und Vukovic (2) bereits mit 6:0. Die zweite Garnitur mit Jakob Knoflach, Jamie Thurner, Okan Kahraman sowie Paul Junker tat sich schon schwerer, die Effizienz ihrer Vorgänger halbwegs zu erreichen, immerhin langte es mit einem energischen Finish durch Treffer von Thurner (2) und Junker (2) sogar für ein zweistelliges Ergebnis.
In der zweiten Partie stand mit der HAK Telfs, ihres Zeichens eine Großmacht auf dem Feld, ein wesentlich härterer Brocken gegenüber, der in seinem ersten Auftritt gar nicht so überraschend den Titelverteidiger HAK Innsbruck mit 3:1 bezwungen hatte. Dennoch übernahmen unsere Jungs bald das Kommando, ließen in der Verteidigung herzlich wenig zu und sorgten in blitzsauberen Attacken durch Haberl und zweimal Vukovic (stets auf Vorlage von Welzenberger) für eine komfortable Führung. Wahre Kunstwerke waren der zweite und der dritte Einschlag: Erst leitete Welzenberger auf Verdacht ein Zuspiel mit dem Rücken zur Spielrichtung direkt in den Lauf des durchstartenden Vukovic weiter, der darauf mühelos den Keeper umkurvte und die Kugel in das verwaiste Gehäuse einschob. Dann schlossen die HTL-Kicker eine herrliche Kombination über mehrere Stationen mit einmal Berühren erfolgreich ab und ließen dabei dem machtlosen Gegner nicht den Funken einer Chance, das unausweichliche Unglück abzuwenden. Da konnten es die Bautechniker später locker verschmerzen, den Ehrentreffer der Oberländer zum 3:1-Endstand zu kassieren.
Im dritten Treffen war mit dem BRG Wörgl wieder eine leichtere Aufgabe zu lösen. Um die Zeiten der Spielereinsätze gerecht zu verteilen, durfte im Gegensatz zum ersten Match der zweite Block loslegen (nur Thurner und Haberl tauschten die Linien) und den Außenseiter förmlich überrollen. Dieser Pflicht kamen unsere Burschen mit Vergnügen nach und sorgten nach 8 Minuten durch Tore von Haberl (2), Kahraman, Junker und Knoflach für den standesgemäßen 5:0-Zwischenstand. Dem wollte die andere Garnitur natürlich nicht nachstehen, übertrieb jedoch bald das Kombinationsspiel, um geradezu in Schönheit zu sterben. Die Krönung der eigenen Überheblichkeit war der Moment, als sage und schreibe alle 4 Akteure auf dem Feld in breiter Front ohne irgendeinen Widersacher vor sich dem feindlichen Kasten zustrebten und es (für den Betreuer vorhersehbar) nicht schafften, den allein auf weiter Flur stehenden Goalie zu bezwingen. Dazu gesellten sich Sorglosigkeiten im Aufbau, sodass die eigentlich hoffnungslos unterlegenen Gymnasiasten sogar ein überraschendes Erfolgserlebnis feiern konnten. Da sich die HTL-Kicker schließlich mit 3 Treffern von Vukovic, Welzenberger und Thurner begnügten, war trotz des mangelnden Nachdrucks der 8:1-Kantersieg in Stein gemeißelt.
In der vierten (und letzten) Begegnung der Vorrunde mit der HAK Innsbruck war natürlich eine deftige Pleite verboten, um den Gruppensieg abzusichern und nicht vorzeitig die Koffer packen zu müssen. Allerdings nahmen unsere Jungs den Start etwas zu locker und hechelten gleich einem Rückstand hinterher. Dies war aber ein Weckruf, sofort einen Gang zuzulegen. Zunächst glich der äußerst angriffslustige Asik mit einem strammen Weitschuss hoch ins Netz aus, und wenig später brachte Vukovic im Zusammenspiel mit Junker das „weiße Ballett“ folgerichtig in Führung. So ohne weiteres wollten sich jedoch die fast entthronten Titelverteidiger nicht abservieren lassen und markierten den Gleichstand. Beinahe postwendend stellte indes Junker nach Vorlage von Kahraman mit einem Geschoss von halblinks ins kurze Eck den knappen Vorsprung wieder her und ließ damit vereinzelte Einwechselgelüste von übereifrigen Leistungsträgern auf der Bank sofort verstummen. Nachdem der Erzrivale anschließend nicht mehr gefährlich vor dem von Adam Moulla gehüteten Gehäuse erschienen war, konnte die HTL-Truppe mit diesem 3:2-Erfolg tatsächlich eine makellose Bilanz verbuchen und verheißungsvoll in die Vorschlussrunde einziehen!
Im ersten Halbfinale behielt die HAK Hall, die in der Gruppenphase ebenso das Punktemaximum herausgeholt hatte, gegen die HAK Telfs hauchdünn mit 1:0 die Oberhand. Das zweite Kreuzspiel sollte eigentlich eine eindeutigere Angelegenheit werden, die aber bis zum Abpfiff in eine reine Nervenschlacht ausartete. Zwar übernahmen die Innsbrucker im Bruderkampf mit der HTL Jenbach sofort das Kommando, fingen sich jedoch bald einen Konter ein, der prompt mit einem Gegentreffer bestraft wurde. Praktisch im Gegenzug schaffte Asik in einer schönen Einzelleistung den sofortigen Ausgleich, der allerdings bald darauf wieder hinfällig war, weil die Unterländer in einem der ganz seltenen Angriffe die etwas löchrige Abwehr des Favoriten erneut durchbrachen und nochmals in Front gingen. Ab diesem Zeitpunkt freilich zogen unsere Burschen über die gesamte verbleibende Spielzeit ein einziges Powerplay auf, nagelten die Jenbacher in deren Platzhälfte fest und arbeiteten im Takt von rund 30 Sekunden eine Riesengelegenheit nach der anderen heraus. Nach den ersten vergebenen Hundertprozentigen half wenigstens einmal der Gegner nach einem Abwurf mit, indem der schnell schaltende Haberl das Leder gleich in Tornähe eroberte und aus wenigen Metern in den Maschen versenkte. Aber sonst bissen sich die Bautechniker am feindlichen Schlussmann, der in dieser Partie über zusätzliche Körperteile zu verfügen schien und die eigentlich unmöglichsten Bälle irgendwie parierte, fast die Zähne aus. War dieses Hindernis ausnahmsweise überwunden, stand plötzlich noch ein Verteidiger im Weg, um im wahrsten Sinn des Wortes auf der Linie zu klären. Als nach einer Vielzahl an ausgelassenen Hochkarätern Wechselbank und Coach allmählich der Verzweiflung nahe waren, brach eine gute Minute vor dem Ertönen der Sirene Kahraman nach Auflage von Asik endlich (!) den Bann und jagte die Kugel von der Freiwurflinie (9 m) unhaltbar zum 3:2-Endstand unter die Latte. Nach dieser höchst aufreibenden Auseinandersetzung sollte man von keiner weiteren Steigerung an Dramatik ausgehen, das folgende Endspiel indes belehrte alle Beteiligten und Zuschauer eines Besseren.
Wie sich in den ersten Szenen sofort herausstellte, erlebte die HTL-Auswahl ein Déjà-vu zum Match unmittelbar davor. Neuerlich drängten unsere Jungs vom Anpfiff weg auf die Führung, und wieder schlug es bei einem rasch vorgetragenen Gegenstoß der Haller im Kasten von Moulla ein. Doch kaum später egalisierte Asik in feinem Zusammenspiel mit Welzenberger den Rückstand, der wiederum bald darauf auf der Anzeigetafel prangte, als den „Haklern“ der nächste Treffer gelang. Daraufhin erhöhten die Innsbrucker nochmals den Druck und stellten nach Vorarbeit von Knoflach durch Vukovic, der in einem energischen Antritt seinen Verfolgern enteilte und auch den Torhüter bezwang, den Gleichstand ziemlich flott wieder her. Etwa 5 Minuten vor Schluss belohnten sich die Bautechniker schließlich für ihre Überlegenheit, indem Junker eine schöne Kombination mit Asik treffsicher vollendete und seine Farben erstmals in Front brachte. Der endgültige Triumph schien vermeintlich sicher in trockenen Tüchern zu sein, weil die HAK-Truppe kein geeignetes Rezept mehr fand, um die gegnerische Defensive in Verlegenheit zu bringen. Aber ein haarsträubendes Ereignis in der vorletzten Minute sorgte so gut wie aus dem Nichts für einen völlig unerwarteten Umschwung: Nachdem ein anstürmender Widersacher sich in der HTL-Abwehr festrannte, waren gleich 3 (!) Akteure für mehrere Augenblicke nicht in der Lage, das Leder aus dem Gefahrenbereich zu dreschen, bis ein anderer Gegenspieler diese Einladung dankend annahm und die ideale Auflage am verdutzten Moulla vorbei ins Netz beförderte. Durch diesen überflüssigen Ausgleich entwickelte sich die letzte Umdrehung des Sekundenzeigers zum Horrortrip, in dem die Bautechniker wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen durch die Gegend irrten und jegliche Zuordnung vermissen ließen, woraufhin Haller Angreifer gleich zweimal hintereinander unbehelligt vor dem Innsbrucker Tor auftauchten. Erst musste bei einem präzisen Schrägschuss von der rechten Seite ins lange Eck der Innenpfosten für den bereits geschlagenen Keeper retten, ein paar Momente später drückte ein Kontrahent wieder allein vor Moulla ab, verfehlte jedoch um einen Meter das Ziel. Dann hatte das Schicksal Einsehen mit dem leidgeprüften Betreuer, indem die Sirene bei 3:3 die reguläre Spielzeit für beendet erklärte. Somit musste ein Penaltyschießen die Entscheidung herbeiführen, das zunächst von der hinteren Strafstoßmarke (10 m) ausgeführt wurde. Da es aus dieser Entfernung allerdings für den Schützen eine wahre Kunst ist, regelmäßig auf ein Handballtor samt Goalie darin zu treffen, blieben verwandelte Versuche eine absolute Ausnahme. Als nach 8 (!) Anläufen jede Seite nur einmal erfolgreich gewesen war (einzig Haberl netzte für die HTL-Vertretung ein), weil sich auch beide Schlussmänner als Meister ihre Faches erwiesen hatten, wurde der endlose Nervenkitzel wieder mit den ersten Schützen fortgesetzt, auf Anweisung des Schiedsrichters aber von der 7 m-Markierung, um den Ablauf zu beschleunigen. Ein „Hakler“ legte dann prompt vor, doch Haberl behielt die Nerven und traf sicher. Anschließend parierte Moulla in überragender Manier den nächsten Strafstoß, ehe Vukovic entschlossen antrat und das Spielgerät mit aller Macht unter den Querbalken knallte.
Mit diesem hart erarbeiteten Erfolg haben sich vor allem die Schüler des 5. Jahrgangs selbst ihr schönstes Abschiedsgeschenk bereitet und zum spätest möglichen Zeitpunkt noch einen Meistertitel geholt. Diese Stammkräfte in Zukunft zu ersetzen, wird für ihre Nachfolger eine alles andere als einfache Aufgabe darstellen. Was die heurige Auswahl neben ihrer Klasse noch auszeichnet, war der unbedingte Wille, das Beste zu geben und zu gewinnen, sowie die Bereitschaft, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Deshalb war es ebenso für den Coach eine Ehre und zugleich Freude, diese erlesene Truppe geleitet haben zu dürfen, wofür er sich später noch erkenntlich zeigen wird.

Die „glorreichen Neun“ mit ihrer Trophäe (der Wanderpokal ist nun für ein Jahr im Sekretariat zu bestaunen)
Stehend v. l.: Marian Welzenberger (5aHBT), Jakob Knoflach (5bHBT), Okan Kahraman (5bHBT), Paul Junker (4bHBT), Jakob Haberl (5bHBT).
Hockend v. l.: Kenan Vukovic (5aHBT), Adam Moulla (3aHBT), Mert Asik (5cHBT), Jamie Thurner (3aHBT).
Auf dem Foto fehlt Samuel Brunner (4cHBT).






















