Das Floorball-Imperium schlägt zurück!
Am 21. April 2026 war es wieder soweit: Die HTL Bau Informatik Design als Rekordmeister bügelte in ihrer Spezialdisziplin auf eindrucksvolle Weise die Schmach des Vorjahres aus und bestätigte mit ihrer Einsertruppe HTL Cracks einmal mehr ihre Vormachtstellung bei der heurigen Landesmeisterschaft Floorball Oberstufe mit einem konzentrierten Auftritt und folgerichtig einer nahezu makellosen Bilanz (6 Siege, 1 Unentschieden). Neben den bewährten Kräften des 5. Jahrgangs mit dem seit Jahren besten Solisten an der Spitze (Lukas Burtscher) hat erstmals auch ein Mädchen (Nachwuchs-Nationalspielerin Emma Kragten) seinen Anteil am erneuten Titelgewinn. Seit sehr langer Zeit durfte ein zweites Team aus dem 4. Jahrgang (HTL Flex) sein Können unter Beweis stellen, das ebenso ein achtbares Ergebnis vorweisen kann und nur knapp einen Platz auf dem Treppchen (4. Rang in der Endabrechnung) verfehlt hat!
Austragungsort für diese Form des Hallenhockeys (Kleinfeld etwa 22 x 12 m mit flacher Bande rundherum, winzige Tore in über 2 m Abstand zur Begrenzung mit einem nur wenig größeren Schutzraum davor, der nicht betreten werden darf) war wie immer die Dreifachhalle des BRG Innsbruck West als Heimstätte eines Floorball-Vereins. Mit insgesamt 8 Teilnehmern bei den Burschen wurde eine Einfachrunde (jeder gegen jeden) mit einer Matchzeit von 1 x 8 Minuten abgewickelt. Jede Mannschaft darf bei dieser Spielform 4 Feldspieler (ohne Goalie) einsetzen, die sich nach Lust und Laune allesamt wie ein Wall vor der eigenen verbotenen Zone aufbauen können. Erfreulicherweise hatten sämtliche Gegner im diesjährigen Bewerb nicht das große Bedürfnis, vom Anspiel weg sich hinten hineinzustellen und im wahrsten Sinn des Wortes zu mauern. Dennoch ist es unter solchen Bedingungen noch lange nicht ausgemacht, ob tatsächlich auch die spielstärkste Truppe die Nase vorn hat. Es bedarf nämlich neben Schusshärte und Zielgenauigkeit ebenso eine Portion Glück, um den leichten Lochball vorbei an zahlreichen Körperteilen in den gegnerischen Maschen unterzubringen. Das ist unseren Auswahlen zumindest in den entscheidenden Momenten mehr (Cracks) oder selten weniger (Flex) gelungen!
Gleich in der Auftaktpartie kam es zum Kräftemessen zwischen den beiden HTL-Abordnungen (Cracks als das weiße Ballett, Flex in schwarzer Spielkleidung), wobei sich alle Akteure auf dem Parkett vorstellen konnten. Mit Fortdauer der Begegnung setzte sich allmählich die technisch-spielerische Überlegenheit der älteren Vertretung durch, die durch Treffer von Burtscher (nach Vorlage von Thomas Arzberger) und Oskar Mathis im Derby einen ungefährdeten 2:0-Erfolg feierte. Sofort darauf hatte das jüngere Team die HAK Hall zu bekämpfen, welche sich als zäher Widersacher entpuppte. Zwar gingen unsere Jungs auf Zuspiel von Valentin Unterrainer durch Max Lamprecht zunächst in Front, mussten aber wenig später den Ausgleich hinnehmen und dann sogar einem Rückstand hinterherrennen. Wenigstens erzwangen sie wenige Sekunden vor dem Ertönen der Sirene den verdienten 2:2-Ausgang, als nach einer Hereingabe vor den feindlichen Torraum ein Gegenspieler das Bällchen Richtung eigenes Gehäuse lenkte und mit dem Hineinrollen der Kugel über die Linie zusätzlich die mickrige Kiste abräumte. Direkt anschließend sahen sich die Cracks mit der HAK Hall konfrontiert und mühten sich (umsonst) redlich ab, den Herausforderer in die Knie zu zwingen. Wohl feuerte der schussgewaltige Burtscher fortlaufend aus allen Rohren auf den kleinen Kasten, verfehlte jedoch stets hauchzart das Ziel. Zu allem Überdruss erzielten die Haller entgegen dem Spielverlauf den ersten Treffer, welche allerdings der Torjäger sofort aus dem Anspiel mit einem Kracher von der Mittellinie egalisierte. Leider war das Match dann viel zu zerfahren, um große Torgefahr zu erzeugen, weil das löchrige Spielgerät mehrmals für längere Zeit abgetaucht bzw. kein Ersatz verfügbar war. Somit musste sich der Favorit mit einem mageren 1:1-Remis begnügen und in den folgenden Auseinandersetzungen auf eine höhere Ausbeute hoffen.
Unmittelbar darauf war wieder die zweite Mannschaft Flex gegen die HAK Telfs im Einsatz, um nach der Führung durch Noam Vettori (nach Vorarbeit von Dominik Todoric) und dem folgenden Ausgleich der Oberländer dank eines gezielten Schlenzers von Todoric höchstselbst ins Schwarze einen knappen 2:1-Sieg einzufahren. Etwas später traten beide HTL-Teams gleichzeitig auf beiden Spielfeldern an: Platz A beherbergte das Aufeinandertreffen des weißen Balletts mit dem BRG in der Au, welches der Rekordmeister klar beherrschte. Der glänzend aufgelegte Mathis besorgte die Führung und war auch am zweiten Treffer beteiligt, als sich die Gastgeber dessen scharfen Querpass vor den Kasten selbst ins eigene Netz bugsierten. Da konnte sich der Titelanwärter sogar einen Einschlag leisten, weil auf der Gegenseite der allgegenwärtige Burtscher neuerlich seine Visitenkarte abgab und damit den 3:1-Erfolg besiegelte. Auf Feld B rangen die schwarz gekleideten Bautechniker das BG/BRG Reithmannstraße in einer spannenden Partie durch ein Goldtor des nur schwer von der Spielfläche zu trennenden Todoric (nach Vorlage von Raphael Biasio) mit 1:0 nieder. Eine Weile darauf bekam es die HTL Flex mit der älteren Truppe der HAK Lienz zu tun und schlug die Osttiroler dank eines Zweierpacks des umtriebigen Lamprecht (erst auf Zuspiel von Vettori, dann nach Vorarbeit von Todoric) mit 2:1.
Wenig später gab es nochmals eine Simultanvorstellung der beiden HTL-Auswahlen: Auf Platz A hatten diesmal die Cracks die ältere HAK Lienz-Abordnung zu bekämpfen und sahen sich rasch einem 0:1-Rückstand gegenüber, den aber der nun aufdrehende Burtscher mit einem lupenreinen Hattrick in einen 3:1-Vorsprung verwandelte. Zunächst glich er mit einem satten Weitschuss aus, um in rascher Folge zwei Freischläge aus nicht gerade nächster Entfernung direkt und knallhart in die feindlichen Maschen zu setzen. Etwas ärgerlich war in den letzten Zügen der Begegnung eine mehr als fragwürdige Entscheidung der Unparteiischen, die unverständlicherweise den Osttirolern einen Penalty (Strafschuss von der Mittellinie in das leere Gehäuse) zusprach, was noch zu etwas Ergebniskosmetik führte (Endstand lediglich 3:2). Auf dem anderen Feld wies die jüngere HAK Lienz-Vertretung indes die sich vergebens anstrengende HTL Flex mit 2:0 in die Schranken. Bald darauf durfte erneut das weiße Ballett einlaufen und sich dem BG/BRG Reithmannstraße widmen, das in einem ziemlich einseitigen Match nach einem Doppelpack der Torfabrik (erst auf Vorlage von Mathis, dann wieder mit einem direkt verwandelten Freischlag) mit dem 0:2 noch gut bedient war.
Somit hatte das direkte Aufeinandertreffen der punkt- und beinahe torgleichen Tabellenführer HTL Cracks und HAK Lienz II zu entscheiden, wer in der Gesamtwertung die oberste Stufe auf dem Podest erklimmen durfte. Dabei entwickelte sich die Schlagerpaarung nach einem anfänglichen Abtasten für den Rekordmeister alles andere als optimal, denn er erlaubte den jungen Widersachern mit einem kollektiven Aussetzer, ziemlich billig in Front zu gehen, indem ein gezielter Fernschuss tief aus der eigenen Platzhälfte im Innsbrucker Netz zappelte. Doch die Freude der Osttiroler währte nur kurz, als der durchbrechende Burtscher gerade noch so eingebremst werden konnte und Leo Stoffaneller im Nachsetzen das Bällchen in der gegnerischen Kiste versenkte. Ein Weilchen später war es neuerlich Stoffaneller, der mit einem Geschoss fast von der Mittellinie unter die Querstange seine Farben endgültig auf die Siegerstraße brachte. Anschließend ließ das weiße Ballett in der Defensive nichts mehr anbrennen, um sich bereits vorzeitig mit dem 2:1-Triumph den Titel zu sichern.
In der siebenten und zugleich letzten Partie gegen das BRG in der Au wollte sich die HTL Flex gebührend verabschieden und legte auch ordentlich los, was mit der schnellen Führung durch den schießwütigen Todoric belohnt wurde. Allerdings folgte wegen eines Stellungsfehlers in der eigenen Hälfte postwendend der Gleichstand, den bald darauf Unterrainer nach Vorarbeit von Todoric beendete. Die Hausherren blieben aber davon unbeeindruckt und schafften praktisch im Gegenstoß erneut den Ausgleich. Das wiederum steckten unsere Burschen locker weg und netzten durch Biasio, Vettori und nochmals Todoric gleich dreimal hintereinander ein. Da tat es der guten Stimmung keinen Abbruch, als die Gymnasiasten in der Endphase noch auf 3:5 verkürzen konnten. Das Abschlussmatch der Cracks gegen die HAK Telfs war in Anbetracht des Tabellenstandes zwar reine Formsache, doch war der Rekordmeister keineswegs gewillt, irgendwelche Geschenke zu verteilen. Deshalb stellten ebenso die bis dahin weniger eingesetzten Streitkräfte ihr Können unter Beweis und ließen dem Schlusslicht in der Endabrechnung nicht den Funken einer Chance, um durch Treffer von Arzberger, Kragten, David Thaler und erneut Kragten (auf schönes Zuspiel des vorigen Torschützen) einen überlegenen 4:1-Gewinn zu feiern.
Nach dem peinlichen Ausrutscher im vorigen Schuljahr war die erste Floorball-Auswahl mit der Welt wieder im Einklang, während die zweite Truppe mit ihrem Abschneiden nicht ganz zufrieden war und etwas ihren vergebenen Möglichkeiten nachtrauerte. Diese Konstellation wird sich indes zukünftig drastisch ändern, weil bei den Cracks sich nahezu der gesamte Kader aus Altersgründen verflüchtigt und ihre Nachfolger (Flex) in wirklich große Fußstapfen treten dürfen. Dagegen wird die gesamte Konkurrenz der anderen Schulen aufatmen, nicht mehr gegen die absolute Großmacht und leibhaftige Torgarantie Lukas Burtscher antreten zu müssen!

Mannschaftsfoto HTL Cracks (nach der Siegerehrung)
Hintere Reihe v. l.: David Thaler (5cHBT), Leo Stoffaneller (5aHBT), Thomas Arzberger (5cHBT), Paul Michaeler (5bHBT)
Vordere Reihe v. l.: Lukas Burtscher (5bHBT), Oskar Mathis (5bHBT), Emma Kragten (2aHKUZ), Prof. Charlie Bodner

Mannschaftsfoto HTL Flex
Stehend v. l.: Valentin Unterrainer (4aHBT), Max Lamprecht (4aHBT), Dominik Todoric (4aHBT), Florian Kuen (4aHBT), Raphael Biasio (4bHBT), Noam Vettori (4aHBT), Simon Lanznaster (4bHBT).
















